Glossar

Sound of Soul

Reaktionsfähigkeit

bezeichnet einen «Erfolgs»- oder «Erreichbarkeits-Index», der die Effektivität einer Therapie widerspiegelt. Dieser Index steigt, je besser es gelingt durch das «Auf-Hören» in die «Wahr-Nehmung» der eigenen Lebendigkeit zu kommen.

Flexibilität

reflektiert die «Biegsamkeit» der HRV. Ein höherer Wert bedeutet sowohl eine bessere HRV als auch höheres Potential für tägliche Schwankungen (Training/Übertraining etc.). Total Energie ist die Summe der Energien aus Parasympathikus & Sympathikus.

Resilienz

ist ein Indikator für die Widerstandsfähigkeit. «Je breitbeiniger wir aufgestellt sind», desto höher die Stress-Resilienz. Ein niedriger Wert kann auf länger anhaltende Belastungen hinweisen. Eigentlich die Umkehr des Stress Indexes.

Balance

ist das Verhältnis von Parasympathikus zu Sympathikus. Es ist ein Indikator für den aktuellen Stresslevel. Dieser sollte 1 oder 1.5 sein.

Kapazität

zeigt die Werte für den Parasympathikus. Hohe Werte führen zu einer Erholung der HRV. Daher kann dieser Indikator als Wiederaufladekapazität betrachtet werden. Wenn dieses Tief ist durch Stress kann aber der Langzeit Stressindex immer noch sehr gut sein. Zeigt nur momentaner Stress.

Potential

ist die Variationsbreite der HRV und reflektiert die potentielle Möglichkeit einer Veränderung. Differenzen aufeinanderfolgender Herzschläge (Root Mean Square of Successive Differences RMSSD). Zeigt die Differenz des grössten minus des kleinsten Baumes. Der Tropenwald hat eine grosse Variation.

Regeneration

beschreibt die kurzfristige parasympathische Aktivität und gibt somit Auskunft über die Erholungsfähigkeit und Belastbarkeit des Körpers.

Ressourcen

spiegelt die noch tief in uns innewohnenden Mittel wider.

Anpassungsfähigkeit

ist das Verhältnis von Kurzzeit- zu Langzeitvariabilität und spiegelt das Anpassungspotential wieder. Niedrige Werte deuten auf Erschöpfung hin (abgeflachte Punktwolke). Balance ist das Verhältnis von Parasympathikus zu Sympathikus, sprich die Anpassungsfähigkeit. Es ist ein Indikator für den aktuellen Stresslevel

Total Energie

ist das Leistungsdichtespektrum des sympathikotonen und parasympathikotonen Frequenzbandes.

Ä – A

Änderung basierend auf RMSSD (%)
Prozentuale Veränderung des RMSSD im Vergleich zu einer früheren Messung oder Referenz. Sie zeigt, ob sich die parasympathische Aktivität im Verlauf (z. B. über mehrere Sessions) erhöht oder verringert hat. Bei einer Erstmessung gibt es keinen Vergleichswert, deshalb bleibt das Feld dann leer.

Wie ein Vorher-nachher-Foto: Du vergleichst, ob sich die kurzfristigen Schwankungen zwischen den Herzschlägen gegenüber einer früheren Messung verändert haben.

Anpassungs-Fähigkeit (Spider)
Beschreibt laut Bericht das Potenzial zur physiologischen und/oder psychologischen Anpassung. Niedrige Werte können auf Erschöpfung hinweisen. Ein Hinweis dafür ist eine abgeflachte, schmale Ellipse im Poincaré-Plot, die auf geringe Variabilität zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen deutet.

Wie ein Baum im Wind: Er gibt nach, passt sich an und richtet sich danach wieder auf.

Anzahl 
Y-Achse des Histogramms der Interbeat-Intervalle. Sie gibt an, wie oft ein bestimmter Intervallbereich in der Messung vorkam.

Wie eine Strichliste: Sie zeigt, wie oft ein bestimmter Bereich der Herzschlagabstände in der Messung vorkommt.


B – C

Balance (Spider)
Beschreibt das Verhältnis von parasympathischer (Ruhe, Erholung) zu sympathischer Aktivität (Aktivierung, Stress) und spiegelt das aktuelle Stressniveau wider. Ein ausgewogenes Verhältnis gilt als Zeichen flexibler Regulation. Verwandt mit dem LF/HF-Verhältnis, das aber unabhängig davon berechnet wird.

Wie ein Segelboot, das Wind und Steuerung ausgleicht, um seinen Kurs zu halten.

CV (%) (Variationskoeffizient)
Der Variationskoeffizient setzt die Streuung der Herzschlag-Abstände ins Verhältnis zu deren Mittelwert: CV = SDNN ÷ Mean RR × 100. Er macht die Variabilität unabhängig vom Herzfrequenzniveau vergleichbar. Im Diagramm „SI & CV" ist er als Verlaufskurve dargestellt.

Wie beim Vergleich zweier Läufer: Entscheidend ist nicht nur, wie stark die Zeiten schwanken, sondern auch, wie gross diese Schwankung im Verhältnis zum Durchschnitt ist.


D – E

Durchschnittliche HR & VB
Zeitverlauf der mittleren Herzfrequenz (Mean HR, linke Achse, bpm) und der Variationsbreite (VB, rechte Achse, ms) über die Messdauer. Zu Beginn sind die Werte noch nicht stabil, weil die Berechnung auf einem wachsenden Datenfenster beruht. Im Verlauf lässt sich erkennen, ob sich Herzfrequenz und Variationsbreite im Lauf einer Session verändern.

Wie zwei Kurven auf einer Landkarte deiner Session: Die eine zeigt den mittleren Herzschlag-Takt, die andere die Spannweite der Herzschlagabstände.

Energie (ms²) / Energie (%)
Die spektrale Leistung (Power) in jedem Frequenzband, einmal absolut in ms² und einmal als Anteil an der Gesamtleistung in Prozent. Der Prozentwert zeigt die relative Verteilung der Regulationsanteile, der absolute Wert die Gesamtgröße der Variabilität.

Wie ein Kuchen, der in Stücke geteilt wird: Prozentwerte zeigen die Anteile der Frequenzbereiche, absolute Werte deren gemessene Leistung.

Energie-Spektrogramm
Farbige Zeit-Frequenz-Darstellung. Die X-Achse zeigt die Zeit, die Y-Achse die Frequenz (Markierungen bei 0,04 / 0,15 / 0,4 Hz = Bandgrenzen von VLF, LF, HF). Die Farbintensität zeigt, wie viel Energie zu welchem Zeitpunkt in welchem Band vorhanden ist. So sieht man, ob sich die Frequenzmuster im Verlauf verschieben, z. B. durch Atmung, Entspannung oder Klang. Rot entspricht VLF, blau LF und gelb HF.

Wie ein Wetterradar über die Zeit: Farben zeigen, welche Frequenzbereiche zu welchem Zeitpunkt stärker oder schwächer ausgeprägt sind.

Energie-Spektrum
Ergebnis der Frequenzanalyse (Spektralanalyse) der RR-Intervalle. Es zeigt, bei welchen Frequenzen (X-Achse, Hz) wie viel Schwingungsenergie (Y-Achse, ms²) in der Herzrhythmus-Variabilität steckt. Die Bänder sind farbig unterlegt: VLF rot, LF blau, HF gelb. Gegenüber dem Spektrogramm zeigt das Spektrum die Verteilung über die gesamte Messung, nicht über die Zeit.

Wie ein Überblick über die Instrumente eines Orchesters: Es zeigt, welche Frequenzbereiche während der gesamten Messung stärker vertreten waren.


F – H

Flexibilität (Spider)
Fähigkeit der HRV, auf Veränderungen zu reagieren. Höhere Werte stehen für bessere HRV und größere „Biegsamkeit" gegenüber täglichen Schwankungen, etwa durch Training oder Übertraining.

Wie ein Tänzer, der seine Bewegungen an wechselnde Musik anpasst, statt starr immer dieselben Schritte zu machen.

Frequenz-Band
Ein definierter Frequenzbereich im Spektrum. Der Bericht verwendet: VLF (0,003 bis 0,04 Hz), LF (0,04 bis 0,15 Hz) und HF (0,15 bis 0,4 Hz).

Wie ein Radio mit verschiedenen Senderbereichen: Jeder Frequenzbereich fasst bestimmte langsame oder schnellere Schwankungen zusammen.

Frequenzbasierte Statistiken 
Kennwerte aus der Spektralanalyse: Energie je Band (VLF, LF, HF), deren Prozentanteile, Gesamtenergie und LF/HF-Verhältnis. Sie zeigen, in welchen Rhythmen sich die Herzfrequenz schwankt, und erlauben Rückschlüsse auf die beteiligten Regulationssysteme.

Wie ein Mischpult mit mehreren Reglern: Sie zeigen, wie sich die gemessene Leistung auf die verschiedenen Frequenzbereiche verteilt.

HF (High Frequency, 0,15 bis 0,4 Hz)
Der schnelle Anteil der Variabilität. Er ist vor allem an die Atmung gekoppelt (respiratorische Sinusarrhythmie) und gilt als Marker der parasympathischen (vagalen) Aktivität. Die Entsprechung im Zeitbereich ist der RMSSD.

Wie eine Welle, die sich im Rhythmus der Atmung hebt und senkt: Dieser Bereich ist eng mit dem Atemrhythmus verbunden.

Histogramm der Interbeat-Intervalle 
Balkendiagramm zur Häufigkeitsverteilung der RR-Intervalle (X: Intervalllänge in s, Y: Anzahl). Die Breite der Verteilung zeigt die Variabilität. Aus ihrer Form wird auch der Stress Index abgeleitet (Modus und Höhe des Maximums).

Wie ein Regal mit unterschiedlich hohen Fächern: Es zeigt, welche Herzschlagabstände häufig vorkommen und wie breit sie verteilt sind.

Hz (Hertz)
Einheit der Frequenz = Schwingungen pro Sekunde. 0,1 Hz bedeutet eine Schwingung alle 10 Sekunden, 0,25 Hz eine alle 4 Sekunden (ca. 15 Atemzüge pro Minute).

Wie ein Metronom: 0,1 Hz entspricht einem Zyklus alle zehn Sekunden, 0,25 Hz einem Zyklus alle vier Sekunden.


I – M

Interbeat-Intervall (IBI)
Zeitabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Herzschlägen in Sekunden. Synonym zu RR-Intervall und Grundlage aller HRV-Berechnungen.

Wie die Pause zwischen zwei Trommelschlägen: Gemessen wird die Zeit von einem Herzschlag bis zum nächsten.

Kapazität (Radar-Kennwert)
Beschreibt die parasympathische Regenerationskapazität, also die „Aufladeleistung". Höhere Werte unterstützen laut Bericht eine Verbesserung der HRV.

Wie ein Akku als Bild für Erholungsspielraum: Der Kennwert versucht, die im Bericht beschriebene Regenerationskapazität anschaulich zu machen.

LF (Low Frequency, 0,04 bis 0,15 Hz)
Mittlerer Frequenzbereich. Er spiegelt eine Mischung aus sympathischen und parasympathischen Einflüssen wider, zusätzlich die Baroreflex-Regulation des Blutdrucks (Rhythmus um 0,1 Hz, entspricht ca. 6 Atemzügen pro Minute). Er wird nicht als reiner „Sympathikus-Marker" verstanden.

Wie eine langsam schwingende Schaukel: In diesem Bereich wirken mehrere Regulationsprozesse zusammen, darunter die Blutdruckregulation.

LF/HF (Verhältnis)
Quotient aus LF- und HF-Energie. Er wird häufig als Indikator der sympathovagalen Balance genutzt: höher bedeutet relativ mehr LF-Anteil, niedriger relativ mehr HF-Anteil. Die Interpretation ist in der Fachwelt umstritten, weil LF keine rein sympathische Größe ist. Daher nur als grober Hinweis verwenden.

Wie das Verhältnis zweier Instrumentengruppen in einem Orchester: Es vergleicht zwei Frequenzbereiche, erklärt für sich allein aber nicht eindeutig das Stressniveau.

Mean HR (bpm)
Mittlere Herzfrequenz in Schlägen pro Minute (beats per minute). Sie berechnet sich aus 60.000 ÷ Mean RR (ms).

Wie der durchschnittliche Takt eines Musikstücks: Der Wert gibt an, wie viele Herzschläge pro Minute im Mittel gezählt wurden.

Mean RR (ms)
Mittelwert aller RR-Intervalle in Millisekunden. Er ist die Kehrgröße zur Herzfrequenz: Je länger das Intervall, desto niedriger die Herzfrequenz.

Wie die durchschnittliche Pause zwischen zwei Trommelschlägen: Je länger die Pause, desto niedriger ist bei regelmässigem Rhythmus die mittlere Herzfrequenz.

ms² (Millisekunden zum Quadrat)
Einheit der spektralen Leistung (Power). Sie entsteht, weil die Energie über die Varianz der RR-Intervalle in ms berechnet wird.

Wie die Einheit auf einer technischen Messskala: Sie beschreibt spektrale Leistung und ist keine gewöhnliche Zeitdauer.


N – P

 

pNN50, pNN20, pNN10, pNN05 (%)
Prozentanteil aufeinanderfolgender RR-Intervall-Paare, die sich um mehr als 50 / 20 / 10 / 5 ms voneinander unterscheiden. Sie sind Maße für kurzfristige, schlag-zu-schlag-Variabilität und damit für die parasympathische Aktivität. pNN50 ist der klassische Wert. Die empfindlicheren Varianten (20, 10, 5 ms) sind bei geringer Variabilität oder höherem Alter aussagekräftiger, weil pNN50 dort oft sehr niedrig ausfällt.

Wie beim Vergleichen vieler Pausen zwischen Trommelschlägen: Gezählt wird, welcher Anteil aufeinanderfolgender Paare sich um mehr als den jeweiligen Millisekundenwert unterscheidet.

Poincaré-Plot
Jeder Punkt stellt ein RR-Intervall (X) gegen das darauffolgende (Y) dar. Es entsteht eine Wolke, die mit einer Ellipse beschrieben wird. Die Breite der Ellipse (SD1) steht für die kurzfristige, die Länge (SD2) für die langfristige Variabilität. Eine breite, rundliche Form deutet auf hohe Variabilität hin, eine schmale, abgeflachte Form auf geringere Anpassungsfähigkeit.

Wie ein Sternenhimmel aus Messpunkten: Jeder Punkt vergleicht einen Herzschlagabstand mit dem darauffolgenden; die Form der Punktwolke zeigt unterschiedliche Variabilitätsmuster.

Potenzial (Spider)
Beschreibt die Bandbreite der HRV und das Veränderungspotenzial, also wie viel Spielraum das System für Anpassungen hat.

Wie ein Weg mit mehreren möglichen Abzweigungen: Der Kennwert soll den Spielraum für Veränderungen und Anpassungen beschreiben.


R

Reaktions-Fähigkeit (Spider)
Laut Bericht eine Art „Erfolgsindex", der die Wirksamkeit einer Therapie bzw. Session widerspiegelt. Er steigt, je besser es gelingt, einen tieferen Zustand von Präsenz zu erreichen, indem die Person durch das „Auf-Hören" in die „Wahr-Nehmung" und somit in die eigene Lebendigkeit kommt. Es handelt sich um ein herstellerspezifisches Konzept, nicht um eine etablierte Standard-HRV-Größe.

Wie ein Instrument, das auf einen Impuls antwortet: Laut dem verwendeten Bericht soll der Kennwert die Reaktion im Rahmen der Session abbilden.

Regeneration (Spider)
Beschreibt die kurzfristige parasympathische Aktivität und gibt Auskunft über Erholungsfähigkeit und Belastbarkeit des Körpers. Inhaltlich eng mit RMSSD, HF und pNN-Werten verwandt.

Wie eine Pause nach einem anstrengenden Aufstieg: Das Bild steht für die Fähigkeit, sich nach Belastung zu erholen.

Resilienz (Spider)
Fähigkeit, sich an stärkere Belastungen anzupassen, und Indikator der Widerstandsfähigkeit („je breitbeiniger wir aufgestellt sind, desto höher die Stress-Resilienz"). Niedrige Werte können auf anhaltenden Stress hinweisen.

Wie Schilf im Sturm: Es bewegt sich mit dem Wind und kann sich danach wieder aufrichten.

Ressourcen (Spider)
Beschreibt tieferliegende physiologische Ressourcen. Er ergänzt die kurzfristig orientierten Werte (Regeneration) um eine längerfristige Perspektive.

Wie ein Vorratslager für eine lange Reise: Das Bild steht für längerfristig gedachte physiologische Ressourcen.

RMSSD (ms) (Root Mean Square of Successive Differences)
Quadratischer Mittelwert der Differenzen aufeinanderfolgender RR-Intervalle. Er ist der wichtigste Zeitbereichs-Marker der parasympathischen (vagalen) Aktivität und weniger atemabhängig als HF. In der Sportmedizin und im Biofeedback ist er der meistgenutzte Einzelwert.

Wie kleine Tempounterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Trommelschlägen: RMSSD fasst zusammen, wie stark sich benachbarte Herzschlagabstände kurzfristig unterscheiden.

RMSSD/SDNN
Verhältnis von kurzfristiger zu Gesamtvariabilität. Ein höherer Wert bedeutet, dass die Gesamtvariabilität stärker von der schnellen, vagalen Komponente getragen wird. Ein niedrigerer Wert deutet auf mehr langsame Schwankungen (LF/VLF) hin.

Wie der Vergleich zwischen feinen rhythmischen Nuancen und der gesamten Dynamik eines Musikstücks: Das Verhältnis setzt kurzfristige Schwankungen zur Gesamtvariabilität in Beziehung.

RR-Intervalle
Zeitreihe aller Abstände zwischen zwei R-Zacken im EKG (bzw. Pulsschlägen) über die Messzeit. Der blau hinterlegte Bereich markiert das Zeitfenster, das für die Auswertung verwendet wurde. Das „R" bezieht sich auf die R-Zacke im QRS-Komplex.

Wie die Pausen zwischen den einzelnen Schlägen eines Metronoms, die nicht immer exakt gleich lang sind: Diese Abstände werden über die Messzeit aufgezeichnet.


S

SD1 (ms)
Kurze Halbachse der Poincaré-Ellipse. Beschreibt die kurzfristige Variabilität von Schlag zu Schlag. Mathematisch ist SD1 = RMSSD ÷ √2, es ist also im Kern ein parasympathischer Marker.

Wie die Breite einer Wolke aus Messpunkten: SD1 beschreibt die kurzfristigen Unterschiede von Herzschlag zu Herzschlag.

SD2 (ms)
Lange Halbachse der Ellipse. Beschreibt die langfristige Variabilität und enthält sowohl sympathische als auch parasympathische Einflüsse (Rhythmen über mehrere Schläge hinweg).

Wie die Länge derselben Punktwolke: SD2 beschreibt eine längerfristige Dimension der Variabilität über mehrere Herzschläge.

SD1/SD2 bzw. SD2/SD1
Verhältnis der beiden Achsen. Es zeigt das Gleichgewicht zwischen kurz- und langfristiger Variabilität. Der Bericht gibt es als SD1/SD2 in der Tabelle an und stellt im Verlauf (Seite 3) SD2/SD1 dar. Beide sind Kehrwerte voneinander.

Wie Breite und Länge eines Blattes: Das Verhältnis beschreibt die Form der Poincaré-Ellipse; die beiden Quotienten sind Kehrwerte voneinander.

SDNN (ms) (Standard Deviation of NN intervals)
Standardabweichung aller normalen RR-Intervalle. Sie ist das Gesamtmaß der HRV und erfasst alle Rhythmen (sympathisch und parasympathisch). Der Wert ist länge- und kontextabhängig und bei kurzen Messungen nur eingeschränkt mit Langzeitwerten vergleichbar.

Wie die gesamte Spannweite unterschiedlicher Pausen zwischen Trommelschlägen: SDNN beschreibt, wie stark die normalen Herzschlagabstände insgesamt streuen.

Stress Index (SI) (nach Baevsky)
Aus der Form des RR-Histogramms abgeleiteter Index der Regulationsspannung. Er verwendet den Modus (häufigstes Intervall), dessen Häufigkeitsanteil und die Variationsbreite. Je schmaler und höher das Histogramm, desto höher der Index (stärkere zentrale/sympathische Regulation). Breite, flache Verteilungen führen zu niedrigen Werten. Im Verlauf wird er zusammen mit dem CV dargestellt.

Wie Menschen, die sich eng an einem Treffpunkt sammeln oder weit über einen Platz verteilen: Ein schmales, hohes Histogramm führt nach dieser Methode zu einem höheren Index.


T – Z

Total (ms²) (Tabelle) / Totale Energie* (Radar-Kennwert)
Gesamtleistung des Spektrums, also die Summe aus VLF, LF und HF. Als Radar-Kennwert beschreibt „Totale Energie" die kombinierte Energie von sympathischer und parasympathischer Aktivität, also die Gesamtgröße der Variabilität.

Wie die Gesamtlautstärke mehrerer Instrumentengruppen: Die spektrale Gesamtleistung fasst die Leistung der erfassten Frequenzbereiche zusammen.

VB (ms) (Variationsbreite)
Differenz zwischen dem längsten und kürzesten RR-Intervall (Maximum minus Minimum). Sie ist ein einfaches Maß für die Spannweite der Variabilität und stammt wie der Stress Index aus der Baevsky-Methodik. Sie reagiert empfindlich auf einzelne Ausreißer und Artefakte.

Wie der Abstand zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt einer Landschaft: VB ist die Differenz zwischen dem längsten und kürzesten gemessenen Herzschlagabstand.

VLF (Very Low Frequency, 0,003 bis 0,04 Hz)
Sehr langsame Schwankungen (Perioden von ca. 25 Sekunden bis mehrere Minuten). Sie stehen im Zusammenhang mit Thermoregulation, hormonellen Rhythmen, Gefäßtonus und Reninsystem. Bei kurzen Messungen (unter 5 Minuten bis ca. 20 Minuten) ist die Aussagekraft dieses Bandes eingeschränkt, weil nur wenige Zyklen enthalten sind.

Wie eine sehr langsam anrollende Meereswelle: Dieser Bereich umfasst langsame Schwankungen, die bei kurzen Messungen nur eingeschränkt zuverlässig beurteilbar sind.

Zeitbasierte Statistiken
Kennwerte, die direkt aus den RR-Intervallen im Zeitbereich berechnet werden: Mean HR, Mean RR, SDNN, RMSSD, pNN-Werte, SD1, SD2, SD1/SD2, VB, Stress Index und CV. Sie sind rechnerisch einfacher als die Frequenzanalyse und auch bei kürzeren Messungen robust.

Wie ein Tagebuch, das jede Pause zwischen zwei Herzschlägen festhält und anschliessend zusammenfasst: Die Kennwerte werden direkt aus den zeitlichen Abständen berechnet.

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